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Reisebericht Schwedische Schären

am Donnerstag, 12 Juli 2012. geschrieben in Aktuelles, Reiseberichte

Mit dem Kajak durch die Schwedische Schärenwelt

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8 Tage Paddeltour von Insel zu Insel im Juli 2010.

Der Tipp kam von der besten Quelle, die man sich wünschen konnte: Thomas, mein Mitbewohner im Studentenwohnheim in Umeå ist schon Mal an einem Stück die gesamte Schwedische Küste mit dem Kajak abgepaddelt – 2250 Kilometer an 62 Tagen, und das mit 18. Jahren! Damit ist er der jüngste Paddler, der je das so genannte Blå Bland absolviert hat (http://www.havspaddlarnasblaband.se/)! Da unsere Zeit dann aber doch nicht für die gesamte Strecke reicht und wir Salzwasser unerfahren sind, gibt Thomas uns den Rat in dem, seiner Meinung nach, schönsten Stück schwedischer Küste zu paddeln: dem St. Anna Schärengarten. Südlich von Stockholm erstreckt sich in etwa zwischen Norrköping im Norden und Gryt im Süden ein Gebiet mit unzähligen Inseln aus Gneis und Granit, die alle nur darauf warten entdeckt zu werden. Seen- bis Flussartige Abschnitte in Nähe des Festlandes mit bewaldeten Inseln bis hin zu freien Wasserflächen, Seehunden und wirklich maritimen Bereichen weiter draußen.

Gegen frühen Nachmittag erreichen wir mit dem Bus aus Norrköping den ur-gemütlichen Kajakverleih in Tyrislöt (http://www.stannakajak.se/), wo wir für 8 Tage ein Boot reserviert haben. Hier genießen wir erst ein Mal auf der Terrasse mit Kaffee und in Schweden unvermeidlicher Kanelbullar (Zimtschnecke) den Blick auf die Ostsee und die unmittelbar vorgelagerten Schären. Da wir das Boot erst ab Abends reserviert haben, können wir den aufkommenden Sturm und ein Gewitter zum Glück noch an Land abwettern. Beim Verleih werden wir bestens rundumversorgt. Wir bekommen Paddel, Schwimmwesten, Kentersäcke, können überflüssiges Gepäck zwischenlagern und dürfen schon Mal ein Blick auf die Seekarten werfen und bekommen Tipps für die schönsten Strecken und Inseln. Im kleinen, gut sortierten Laden machen wir die letzten Besorgungen. Dann ist endlich auch unser Zweier-Kajak bereit und wir starten in die tiefstehende Sonne bei totaler Windstille nach dem Gewitter in die Inselwelt.

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Wir paddeln noch ca. eine Stunde gemächlich durch die geschützten Gewässer vor Tyrislöt und merken sofort, dass die Orientierung hier gar nicht so leicht ist. Dann landen wir an einer kleinen Schäre an, ziehen das Boot auf den Fels und errichten unser Lager. Da das Zelt auf blanken Granit steht, wird es mit Steinen statt mit Heringen gesichert. Während auf dem Kocher die Nudeln im Ostseewasser vor sich hin köchelt, beobachten wir über einer noch viel kleineren Schäre Seeschwalben, die eifrigst ihr Nest bewachen und sehen zu wie die Sonne untergeht.

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Der nächste Morgen beginnt – wie alle folgenden auch – mit der Suche nach dem schönsten Fels um ins Wasser zu springen, um sich erst ein Mal abzukühlen, da die früh aufgehende Sonne dafür sorgt, dass sich das Zelt recht schnell zur Sauna entwickelt.

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Nachdem alles wieder seinen Platz im Kajak gefunden hat, versuchen wir die Seeschwalben-Nester zu umkurven, werden aber trotzdem Opfer so manchen Scheinangriffes. Da wir nur eine grobe Route abgesteckt haben, paddeln wir mehr oder weniger einfach drauf los und entscheiden spontan wo es lang geht. Da es hier so viele Insel gibt, kann man hinter jeder Ecke etwas anderes entdecken ohne, dass man auf der Karte große Entfernungen zurücklegen braucht. Und auch wenn sich auf den ersten Blick die Schären ähneln, so sind sie auf den Zweiten doch alle sehr Individuell.

Je weiter wir nach Osten in Richtung der offenen Ostsee kommen, desto karger werden die Inselchen und desto größer die Abstände zwischen ihnen. Wachsen in der nähe der Küste noch viele Kiefern, werden diese immer kleiner bis sie gar nicht mehr zu finden sind.

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Das macht sich bei der Nachmittäglichen Fika-Rast (obligatorische schwedische Kaffeepause, die auch gerne alle Stunde vollzogen wird) bemerkbar - nur mit Müh und Not finden wir zumindest einen Wacholderstrauch, der genug Schatten spendet, damit die heiße Julisonne uns nicht völlig verbrennt. Aber zum Glück gibt es wieder einen Fels von dem aus wir gute 2-3 Meter durch die Luft segeln können um dann mit lauten Plums im Wasser zu landen.

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Wir beobachten noch ein paar Segelschiffe, die zum Glück fast ausschließlich in der offiziellen Fahrrinne unterwegs sind und somit den restlichen Platz für Kajakfahrer frei lassen, dann wird weiter fröhlich um die Inseln getingelt.

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Der große Vorteil der vielen Schären ist - abgesehen davon, dass man eigentlich immer eine findet, auf der man ganz alleine ist und sich somit für das Zelt immer die Sonnenuntergangsseite aussuchen kann – dass man fast immer im Windschatten fahren kann und das Gebiet somit auch für weniger erfahrene Salzwasser-Paddeler geeignet ist. Erfahrenere können sich im äußeren Schärengarten austoben oder auch einfach die wunderschöne verworrene Inselwelt näher an der Küste erkunden.

Immer wieder finden sich auf größeren Inseln Ferienhäuser, bei denen man auf freundliche Nachfrage seine Wasservorräte auffüllen kann. Denn Süßwasser ist hier – insbesondere für Kajakfahrer – ein Mangelfaktor. In der Regel gibt es auf den Schären keine Gewässer (ausser Pfützen nach anhaltendem Regen) die als Trinkwasserquelle genutzt werden können. Deshalb heißt es jede Ecke des Bootes auszunutzen um Wasserflaschen unterzubringen. Wir kochen immer mit Ostseewasser, so sparen wir uns sogar Salz und nachdem die Nudeln 10 Minuten darin gekocht haben, sollte auch alles Schädliche abgetötet sein. Auf einigen Schären gibt es Brunnen, die von den Bewohnern genutzt werden oder aber sie haben Entsalzungsanlagen. Also: Sparsam mit Süßwasser umgehen! Die wenigen Süßwasserblasen unter den Inseln sind begrenzt und Entsalzen kostet viel Energie. Wir haben gut 15-20 Liter Wasser dabei und kommen damit 2-3 Tage über die Runden.

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Unser Kurs ist so geplant, dass wir zur Halbzeit noch Mal in Tyrislöt anlegen um die Vorräte aufzufüllen und die restlichen Tage reichen uns zwei Tankstopps bei Ferienhäusern. Dabei bekomme ich dann auch gleich die ganze Wasserproblematik geschildert und eine ausführliche Vorführung der gesamten Wasseranlage (und des restlichen Hauses und Lebens – die Schweden sind nicht so maulfaul, wie ihnen nachgesagt wird). Eine weitere Nachfüllgelegenheit bietet sich auf Harstena. Dies ist eine recht große Schäre mit einem richtigen Dorf drauf. Hier gibt es neben einem Restaurant, einem Imbiss und einem öffentlich zugänglichen Brunnen sogar einen richtigen Bäcker!! Und der steht denen aus der Heimat in nichts nach! Welch Genuss nach wochenlangen gesüßtem, schwedischen Pappbrot und literweise Müsli ein richtiges Vollkornbrot zu essen.

Die Tage plätschern bei besten Sommerwetter nur so dahin. Wir finden jeden Abend einen Lagerplatz, der den vorherigen zu übertreffen scheint. Entweder ist der Ausblick besonders schön, der Fels zum ins Wasser-Hoppen perfekt, die Möglichkeit Vögel zu beobachten besonders gut oder es ist einfach die Gesellschaft durch Schafe, die überzeugt.

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Wir paddeln immer ungefähr 1-2 Stunden am Stück, bevor es entweder Zeit für eine Fika-Rast oder für ein Mittagssnack ist. Und auch nach Tagen wird es einfach nicht langweilig. Hier könnte man monatelang umherschippern und hätte immer noch nicht ein Drittel aller Inseln gesehen.

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Auf den unter Naturschutz gestellten Inseln finden sich immer gut gemachte Informationstafeln, die wissenswertes über das Ökosystem Schärengarten, aber auch über die großen Probleme der Ostsee vermitteln. Einige Inselgruppen sind Vogelschutzgebiete, diesen darf man sich nicht näher als 100 Meter nähern! Also aufgepasst beim Navigieren – die Erfahrung zeigt, dass ein griffbereiter Kompass sinnt macht.

Das Wetter bleibt uns fast die gesamten 8 Tage freundlich gesinnt. Nur kurze Schauer unterbrechen die ansonsten brav scheinende Sonne. Aber wir paddeln entweder einfach in Badehose weiter und suchen Unterschlupf unter Kiefern.

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Bloß am letzten Abend kommt es dank Wind und Regen beinahe noch ganz dicke! Wir haben schon am Nachmittag das Zelt auf den Granit aufgebaut, damit wir am nächsten Tag noch eine schöne Tagesetappe zurück zum Kajak-Verleih haben, als es anfängt leicht zu regnen. Also ziehen wir uns ins Zelt zurück und stecken die Nasen in Bücher. Das Kajak haben wir ein – zwei Meter an Land gezogen und es kommt immer mehr Wind auf – noch ein Grund im Zelt zu bleiben. Plötzlich grummelt es draußen ordentlich, was ich für ein Gewitter halte... Franziska zum Glück nicht, denn sie schaut raus und fängt gleich an zu schreien: „Das Kajak ist weg!“ Ich kann es erst nicht glauben, aber dann sehe ich es auch! Die Wellen haben Tatsache das Boot vom Land gespült und jetzt dümpelt es herrenlos einige Meter vom Ufer entfernt umher. Ich springe auf, ziehe noch kurz die Hose aus und mache einen schwungvollen Köpper ins Wasser. Zum Glück erwische ich das Boot und kann es relativ problemlos an Land ziehen. Wir tragen es sofort an den höchsten Punkt und begreifen dann erst was los gewesen wäre, wenn wir hier ohne Boot sitzen würden. Ein Glück ist alles gut gegangen und wir haben wieder was gelernt: auch Du meinst das Boot liegt sicher, trag' es lieber noch ein paar Meter weiter vom Ufer weg! Ohne Handyempfang auf einer kleinen Insel ist man nicht so gut aufgehoben – da würde nur noch ein Signalfeuer und viel Angelglück helfen!

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Trotz des abenteuerlichen Abschlusses war es eine durch und durch gelungene Tour durch eine der schönsten Landschaften, die ich mir vorstellen kann! St. Anna Schärengarten wir kommen wieder! - vielleicht wenn wir mal die Zeit für das Gesamte Blå Band finden...

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Hier noch einmal alle Bilder zum Durchklicken:

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