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Reisebericht Sardinien

am Montag, 29 Juli 2013. geschrieben in Aktuelles, Reiseberichte

Es ist gerade erst 8 Uhr am Morgen. Ich reibe mir den letzten Schlaf aus den Augen und trete aus der Ankunftshalle in Olbia - was für eine Hitze! Als ich meine geliebte Insel der Dornen und Steine das letzte Mal bereiste, begrüßte sie mich mit Schnee und Frost. Doch das ist schon 2 Jahreszeiten her und, mit den ersten Schweißperlen, auf der Haut sofort vergessen.

Augusto, Vino und Tito haben das kleinen rote Auto im Schatten geparkt - als sie sich mich entdecken, springen die Jungs auf und winken wild. Ich habe die Familie vor zwei Jahren auf meiner ersten Reise durch Sardinien kennengelernt – jetzt fühlt es sich an, wie nach Hause zu kommen.

Die Fahrt zur kleinen wunderschönen Stazzo in den Bergen beinhaltet viel lautstarke Plaudereien mit Bekannten, ein typisch sardisches Frühstück – Espresso und Gebäck, zwei Tramperinnen die kurzer Hand noch ins Auto gestopft werden und endlich wieder Serpentinen…Und dann sind wir plötzlich da. Ein paar Kühe, für die der August der härteste Monat im Jahr ist und die sich auf das abendliche Heu freuen . Hühner, die mal wieder ausgebüchst sind und aufgeregt durchs Gebüsch gackern. Begrünte Berge, Hitze, die mich sofort unter den schattenspendenden Olivenbaum treibt, Staub in der Luft und ein blühender Garten neben dem Haus. Der etwas entfernte aber umso prächtigere Gemüsegarten. Und eine frischgeerntete Honigmelone zum Mittag

Die nächsten 2 Wochen fliegen nur so dahin; Kanu fahren in den kristallklaren Buchten, selbst gefangene Tintenfische essen, mit dem Mountainbike die Serpentinen erklimmen und täglich den Gemüsegarten mit dem guten Quellwasser gießen, Dorffeste mit Tanz und sardischen Süßigkeiten, eigenes Pesto, bester Schafs- und Kuhkäse, selbst gemachter Wein und frische Feigen. Immer und überall diese reifen, süßen Feigen!

Doch nach zwei Wochen Insel-Idylle lockt das Abenteuer. Ich stehe erneut in der Ankunftshalle in Olbia und fröstle sogar ein wenig aufgrund der Klimaanlage – ich habe mich schon an die 35°C gewöhnt. Da erblicke ich Anne – jetzt geht es los! Mit noch mal 2 Wochen Zeit, einem Zelt, einem Kocher, ein paar brauchbaren Karten und einer Menge guter Ratschlägen steigen wir in den Bus und düsen Richtung Palau. Ein weißer Pick-Up nimmt uns nach wenigen Minuten noch ein Stück Richtung Norden mit, denn erst hinter den Touristenstädten und Ferienanlagen, verstecken sich unbekannte kleine Pfade, Höhlen und malerische Buchten.

Ungefähr hier beginnt unsere Route, an der Nord-Küste entlang. Danach einmal quer durch zur Westseite und über den Limbara im Innenland zurück zum Golfo Arancchi bei Olbia.

Die erste Nacht bleiben wir in einer kleine Höhle und erkunden die Umgebung. Noch mehr Buchten, noch mehr Schwimmen, noch mehr Schildkröten auf unseren Wegen und noch viel mehr Sonne.

 

 

Dann tragen uns unsere Füße an den Stränden entlang. Immer wieder schweift der Blick gen Horizont, wo sich die weiße Kreideküste Korsikas erahnen lässt. Und plötzlich stehen wir vor einem gut zehn Meter breiten, recht schnell fließenden Fluss. Diese kleine zarte Linie auf der Karte hatte also doch was zu bedeuten. Es gibt kein drum herum. Zurück gehen, dann auf die Straße und später über die Brücke? Zurückgehen? Nicht mit uns. Und tatsächlich schaffen wir es mit Händen und Füßen dem Motorbootbesitzer auf der anderen Seite klar zu machen, was unser Problem ist. Eine Minibootstour und 20 Minuten später stapfen wir froh auf der anderen Seite weiter durch den Sand.

Doch es ist nicht so dass die kleinen Abenteuer & Hürden damit aufhören. In Sardinen gibt es kein Trinkwasser aus der Leitung. Wenn dann nur stark gechlortes. Wir aber wollen kein abgefülltes Wasser in Plastikflaschen kaufen, die Insel ist schließlich übersät mit frischen Quellen. Ab und an scheint es knapp, oder wir tragen 10l für zwei Tage mit uns herum, aber ein wirkliches Problem, war die Trinkwassersuche dann doch nie. Ganz im Gegensatz zu unseren eher mäßigen Wanderkarten. Es gibt keine Höhenlinien, nur so ab und an realistisch eingezeichnete Wege und hauptsächlich Straßen. Kein Problem, wir laufen einfach ungefähr in die Richtung – das war der Plan. Aber den haben wir ohne die Dornensträucher geschmiedet. Schnell entscheiden wir uns den Wildschweinpfaden zu folgen und hoffen uns an jeder Abzweigung für den richtigen zu entscheiden. Und bevor wir uns versehen sind wir irgendwo, wo wir gar nicht so direkt hinwollten. Zum Beispiel hoch oben auf dem Monto Russu.

Orange leuchtendes Gestein, zerfallene Militärhäuschen und Dornen. Dieser Berg sticht wie eine Art kleine Halbinsel ins Meer. Nichts ist zu hören außer der Vögel und der Wellen, nichts ist zu sehen als der Horizont im Norden und die hügelige Insel im Süden.

Drei Stunden später schmeißen wir alle 10 Minuten die Rucksäcke ab, fluchen leise und versuchen die nächste Markierung zu finden. Irgendwo sind sie versteckt, die kleinen Steinhaufen die uns den richtigen Weg verraten… Eine kräftezehrende und langwierige Kletterpartie mit erschlaffenden Muskeln und treibt uns an den Schroffen Felskanten entlang. Und endlich ist es geschafft. Wir stehen am Boden, hinter uns der Monto Russu, rechts geht die Sonne gerade unter und vor uns – ein Fluss, der uns vom Strand und somit vom Weg trennt. Schon wieder. Diese verdammten kleinen blauen Linien.

Doch wundersamer Weise liegt keine 5 Meter entfernt ein altes Kanu im Gebüsch, was wir spontan als Materialtransport über den Fluss nutzen und schlussendlich sogar noch ein paar Urlauber finden die uns ein paar Kilometer im Auto mitnehmen. In Vignola angekommen gibt es wieder Trinkwasser, eine fantastische Pizza zum Tagesabschluss und einen Schlafplatz am Strand unterm unendlichen Sternenhimmel mit Meeresrauschen.

Nach dem wir erstmal genug Meeresluft getankt hatten und die ersten Herbstgewitter uns die Nächte über unterhielten entscheiden wir uns für einen Besuch des Limbara-Gebirges. Dort liegt der höchste Punkt der Gallura, neben vielen Funkmasten und der Maria-Statue. Es gibt Straßen und Busse. Aber unser Pfad führte uns dafür neben einem Flusslauf, vorbei an kleinen Becken die zum Baden und waschen einluden, durch unendliche grüne Wälder, zu fantastischen natürlichen Aussichtspunkten, hinauf auf eine kleine Hochebene bestückt mit vielen großen und kleinen Steinen und Felsbrocken. Wir kochen auf einem großen, sonnenerwärmten Fels und suchen während die Sonne langsam und tiefrot untergeht, Bilder in den Steinformationen. Direkt vor uns zum Beispiel sitzt eine riesige Steinschildkröte und bewacht die abfallenden Täler. Weit entfernt hören wir die Kirchenglocken von Tempio hinauf schallen.

Morgen wollen wir in den magischen Teil des Limbaras. Dort gibt es unzählige kleine und große Höhlen, das beste Quellwasser der Gallura und viel zu erklettern und zu bestaunen. So langsam merken wir, dass auch hier im Mittelmeer der Sommer zu Ende geht. Immer häufiger ziehen Wolken am Himmel vorüber und auch die Nächte werden merklich kühler.

Nach 12 Tagen steigen wir mit einer Tüte voller am Wegesrand gepflückter Feigen und Weintrauben aus einem kleinen silbernen Auto und bedanken uns fürs mitnehmen. Zurück in Olbia. Doch bevor unsere Reise durch die Gallura zu Ende geht wollen wir noch einen letzten Gipfel erklimmen. Nach einiger Zeit finden wir tatsächlich jemenschen der uns mitnimmt, Richtung Golfo Arancchi. Hier, wo wir die Fähren wegfahren sehen können, wo die Ziegenglocken uns in den Schlaf läuten und das Wasser klarer ist, als wir es bisher kannten, genießen wir ein letztes Mal die Sardische Sonne und den Ausblick.

Bis zum Zug in die Stadt gehen wir ca. 1 Stunde. Damit wir es rechtzeitig schaffen steht unser Wecker auf 5 Uhr. Zähen putzen unterm Sternenhimmel, noch einmal die Beine aufkratzen an diesen verdammten Dornen und – noch einmal im Mittelmeer baden. Und als wenn wir nicht verzaubert genug gewesen wären von der Schönheit dieser Insel – so beginnt das Wasser um uns herum zu glitzern und zu fluoreszieren. Ein Meeresleuchten zum Abschied bevor wir mit nassen Haaren und noch ein wenig Sand an den Füßen in den Zug steigen.

Kurzdarauf finde ich mich in der Ankunftshalle wieder. Diesmal zurück in Berlin.

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