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Crêpes, Baguettes und Sonne satt

am Donnerstag, 29 Januar 2015. geschrieben in Aktuelles, Reiseberichte

Sonne scheint ins Zelt und wärmt es auf. Während ich noch im Schlafsack liege, noch nicht sicher, ob ich bereits aufstehen möchte, höre ich das Geräusch des Reißverschlusses und noch kühle Morgenluft dringt in das Zelt. Endlich kann es losgehen. Nachdem wir gestern von Brest aus mit der Fähre nach Le Fret losgefahren sind, ist das nun der erste Tag zum Wandern. Gestern - direkt nach dem Ankommen - haben wir nur noch einen Zeltplatz gesucht und aufgebaut. Doch heute ist es soweit.

In der Morgensonne schmieren wir uns ein paar Baguettes mit bretonischer Salzbutter und lassen die Zelte auslüften. Wir fühlen noch ein wenig das weiche Gras zwischen den Füßen, bevor diese in die eher weniger gut gelüfteten Wanderschuhe schlüpfen müssen und bedanken uns bei der Familie, die uns auf ihrer privaten kleinen Ferienwiese mitten in traumhafter Landschaft hat schlafen lassen.

Schließlich machen wir uns auf den Weg. GR 34. So heißt unser Wanderweg, welcher uns immer an der Küste von Finistère entlangführt. Kleine Pfade führen uns durch ein lila-rosa Meer aus Heide entlang der Küste, wo wir vom Rauschen des Atlantiks begleitet werden. Ab und an sehen wir große breite Sandstrände von vielen Menschen bevölkert. Man erkennt die Wassergrenze und wenn Flut ist, dann sind es wohl häufig nur noch kleine Sandstreifen.

Ein kleiner Pfad führt uns zu einem Steinstrand, der auch uns zum Baden und auf Felsen klettern einlädt. Mit ein wenig verbrannten Gesichtern und den Abdrücken von Sonnenbrillen im Gesicht beenden wir den ersten Tag.

Hundegebell weckt uns. Draußen ein grau verhangener Himmel. Es sieht nach Regen aus. Pierre, der Mann, in dessen Vorgarten wir heute geschlafen haben, fragt, ob wir Kaffee haben möchten und ob wir Regenjacken dabei hätten. Beides können wir mit ja beantworten. Gestern wurde es spät und unsere Glieder haben sich noch nicht so ans Wandern gewöhnt. Es sind ja auch erst einige Tage, die uns unsere Füße den ganzen Tag über tragen. Also strecken und dehnen wir uns.

Nach dem Frühstück hat es begonnen zu tröpfeln. Obwohl es nur wenig ist, peitscht der Wind es doch ganz schön ins Gesicht. An der Küste kommt der Wind natürlich vom Meer und außer einem Kitesurfer und zwei hart gesottenen Spaziergängern ist niemand an den Stränden. Wir durchweichen durch Wind und nun starkem Regen natürlich vollkommen auf der See zugewandten Seite - auf der abgewandten bleibt nahezu alles trocken. Immerhin etwas. Der Weg führt uns weiter zurück nach Le Fret, wo die Fähre zurück nach Brest geht. Von dort aus wollen wir auf die Inseln und weiter an der Nordküste wandern. Doch um dorthin zu kommen, müssen wir erst an der Gänsegang vorbei. Auf einer kleinen Straße an einem Hof kommen sie heraus und schnattern uns an. Eine faucht auch etwas. Wir bleiben stehen. Unsicher, ob wir einfach dran vorbeikommen oder nicht. Zum Glück kommen uns Leute entgegen, denen es ähnlich geht und über den Gänselärm hinweg verständigen wir uns, dass wir am Rand der Straße entlang gehen und mit Klatschen und Rufen die Gänse fernhalten. Es klappt. Kaum sind wir 10 Meter weiter, verschwindet die Gänsegang wieder in ihrem Hof. Wahrscheinlich sind sie effektiver als so mancher Wachhund.

Die Küste zieht vorbei. Ein Leuchtturm als letzter Punkt des Festlandes verschwindet. Wir fahren zur Île d'Ouessant. Bekannt für ihre unglaubliche Vielfalt an Seevögeln und mehrere Schiffsunglücke, auf Grund der schwierigen Strömung in den Eingang des Ärmelkanals. Auf dem Schiff hängt dazu auch ein Plakat mit all den untergegangen Schiffen an ihrer Küste. Sehr beruhigend.

Sicher auf dem kleinen Eiland angekommen beeindruckt uns sogleich die unglaublich tolle Küste. Es herrscht ein ständiger Wind und An den Felsen brechen sich die Wellen. Möwen fliegen neben uns her, da der Küstenweg auf den Felsen teilweise ihre Flughöhe ist. Vorher hatte uns Heide begleitet, die auch manchmal unsere Beine zerkratzt hat. Nun ist es Farn. Teilweise größer als wir laufen wir durch die Farnfelder, auf kleinen ausgetreten Pfaden.

Die Insel ist nicht sehr groß, lädt jedoch zum längeren verweilen ein. Ewig sitzen wir an der Küste und beobachten das Meer. Lauschen den Möwen und lassen uns vom Wind die Haare zerzausen, während die Sonne warm scheint. Den Sonnenuntergang beobachtend sitzen wir auf einem Fels und schauen zu, wie der Leuchtturm sein waches Auge öffnet.

Wir machen eine kleine Brotzeit. Es ist der zweite Tag auf der Insel und wir überlegen, wie lange wir noch hier bleiben und ob wir noch einmal die Fähre  zur kleineren Nachbarinsel nehmen wollen, deren Silhouette am Vortag zu erahnen war.

Aus den Augenwinkel heraus bemerken wir, wie eine Möwe langsam und vorsichtig, darauf bedacht beschäftigt zu wirken, sich an unsere Mahlzeit heranpirscht. Doch sie bleibt nicht unbemerkt und somit ein sicherer Abstand bewahrt. Plötzlich eine Art schnauben. Wir schauen uns an. War es Einbildung oder jemand, der sich die Nase putzt? Wer weiß. Kurze Zeit später wieder das selbe Geräusch. Wir schauen uns um. Da! Im Wasser schaut etwas heraus. Eine Finne? Hätten wir doch nur ein Fernglas mit. Das ominöse Etwas verschwindet wieder im Wasser. Wie gebannt warten wir, wann und ob es wieder kommt. Nun taucht es wieder auf. Wieder ein Schnauben. Da erkennen wir es. Es ist eine Robbe. Begeistert laufen wir zum Klippenrand und versuchen so viel wie möglich zu erkennen. Die Möwe und das restliche Brot haben wir dabei ganz vergessen...

Wieder einmal alles ganz eincremen. Sonnenschutzfaktor 50. Obwohl es recht frisch durch den Wind ist, so scheint die Sonne sehr stark und meine Nase pellt sich schon. Wir packen unsere Sachen und beobachten, wie die Flut sich ihren Weg zurückerobert. Wir sind auf der Île de Molène, einer nicht mal 1 km² großen Insel mit 200 Einwohnern. Im Gegensatz zur Île d'Ouessant wirkt diese kleine Insel eher wie ein vom Wasser abgerundeter Stein im Ozean. Der Strand ist flach und es gibt nur die eine kleine Stadt auf der Insel, in der alle leben. Ist Ebbe, so muss man von der Fähre in ein kleines Motorboot, welches einen so nah wie möglich an die Insel bringt.

Wir beobachten nun aber, wie der Wasserspiegel wieder ansteigt und wie ein Boot anscheinend sonderbare Sachen aus dem Wasser zieht. Von weitem kann man nicht sehen, was es da aus dem Wasser zieht, aber wir werden es noch herausfinden.

Wir sind deprimiert. Luftlinie nur 20m, dann wären wir auf der anderen Seite. Und es ist sogar Ebbe. Aber so sind sie, die Abers. Eigentlich sind es alte Flussläufe, die nun aber fjordartig ins Landesinnere hineinragen und so Wanderwege um einiges verlängern können. Von ihnen gibt es einige an der Côte des Abers und so sind wir gezwungen den Aber zu umrunden und gehen so 15 km Richtung Landesinnere und wieder zurück. Was wir durch unseren Ausflug ins Landesinnere gelernt haben war allen voran die Landschaftsänderung. Denn im Gegensatz zur steinigen Küstenlandschaft erwarten uns hier ein paar der wenigen Bäume in der Bretagne und weite Äcker mit Mais.

Wir sind wieder an der Küste und nun haben wir endlich des Rätsels Lösung. Das Boot, welches so komische Sachen aus dem Meer gefischt hatte, erntete natürlich Algen. Ein produktiver Wirtschaftszweig von Finistère. Wir sehen, wie Massen an Algen von einem Kran in einen Lastwagen geladen werden, wo es dann für Kosmetik und ähnliches benutzt wird. An einem anderen Teil sehen wir, wie Menschen während der Ebbe zur Küste hinabsteigen und Muscheln sammeln. Das bringt uns auf die Idee, dass auch wir heute Abend Muscheln essen könnten.

Es ist einer der letzten Tage für uns in der Bretagne. Wir laufen auf dem Meeresboden und sammeln Muscheln und Schneckenhäuser als Mitbringsel. Wie praktisch, dass man das direkt hier tun kann, wenn der Ozean sich für ein paar Stunden zurück zieht. Die Ausbeute ist eindrucksvoll. Unter anderem haben wir einen riesigen Teil einer Jakobsmuschel gefunden, eine große Auster, sowie wundervolle Schneckenhäuschen in den unterschiedlichsten Farben. Ich halte eines unter Wasser und sehe, dass es doch noch bewohnt ist. Ich kontrolliere noch einmal alle mit der gleichen Taktik und lasse das bewohnte Haus dort zurück, wo ich es gefunden hab.

Mich bringt bald der Zug in mein Zuhause. Es ruckelt und es ist relativ dunkel. Ich höre, wie Menschen aus- und einsteigen und der Schaffner pfeift. Weiter geht es in Richtung Berlin. Ich liege etwas unbequem unter den Sitzen und versuche mir vorzustellen, ich wäre im Zelt auf Moos, oder an einem der tollen Strände in der Bretagne. Ich folge dem rot-weiß markierten Weg an der Küste entlang und höre Möwen und Kormorane. Ich rieche Salz und spüre meine von Brombeeren zerkratzten Beine. Gischt spritzt auf der Haut und Sand kratzt im Haar. Sonnenbrand spannt meine Haut im Gesicht und der Geruch von Algen und Meer kitzelt in der Nase.

Als ich aufwache, sind wir schon kurz vor Berlin und damit schon wieder sehr weit weg von der Bretagne. Aber im Gepäck haben wir sie ein wenig mitgenommen: bretonische Salzbutter, guten Apfelcidre, Karamelcreme mit Salzbutter verfeinert und Algentartar.

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